Arbeitsvermittlung
Trotz viel Energie und Willen scheiten viel Menschen in Wien häufig an der Sprache, fehlenden formalen Qualifikationen oder geringer Vorerfahrung am Arbeitsmarkt.
Mit unserer Unterstützung finden Frauen einen Weg, um eine Ausbildung zu machen oder gleich in die Erwerbstätigkeit einzusteigen. Das ermöglicht eine stabile und selbstbestimmte Zukunft.

Kooperation
Das AMS Empowerment Programm
2025 haben wir insgesamt 98 Frauen im Rahmen unseres BBE-Empowerment-Arbeitsmarktprogramms begleitet. Rund 40 Prozent von ihnen konnten in dieser Zeit entweder erfolgreich in den Arbeitsmarkt einsteigen oder eine Aus– oder Weiterbildung beginnen. Ein wichtiger und guter Zwischenschritt ist oft ein Arbeitstraining in unserer Nähwerkstatt, während dem die Frau hiesige Vorraussetzungen lernt, um am ersten Arbeitsmarkt gut vorbereitet einsteigen zu können.

So funktioniert unsere Vermittlung an einem Beispiel
Ein Beispiel ist Nour A., 39 Jahre alt, 2016 aus Syrien geflüchtet. In ihrer Heimat hatte sie Chemie studiert. In Österreich lernte sie rasch Deutsch bis B2 und ließ ihre Abschlüsse anerkennen – trotzdem erhielt sie lange keine Chance. Fast 300 Bewerbungen verschickte sie, ohne Erfolg. Mit Unterstützung der NACHBARINNEN, neuen Bewerbungsunterlagen und gemeinsamen Kontakten gelang es schließlich: Nour fand eine Stelle in einem medizinischen Labor und ist nun endlich auch beruflich in Österreich angekommen.
Einige Teilnehmerinnen starten ihre Ausbildung während unserer Begleitung. Für viele ist es ein großer Lebenstraum, endlich einen Beruf zu erlernen. So auch Masoma H., die aus Afghanistan stammt und vor fünf Jahren im Rahmen der Familienzusammenführung nach Wien kam. Sie lebt hier mit ihren beiden kleinen Töchtern und hat sich in kurzer Zeit Deutsch bis B1 angeeignet. Masoma wollte unbedingt auf eigenen Beinen stehen – auch, weil ihr Mann ihr immer wieder mit einer Rückschiebung nach Afghanistan drohte. Heute macht sie über die AQUA-Stiftung eine verkürzte Lehre zur Einzelhandelskauffrau in einem unserer Partnerbetriebe. Nach sechs Monaten Ausbildung sagt sie von sich selbst, sie sei selbstbewusst, stark und eigenständig geworden – und niemand werde sie jemals zurück nach Afghanistan schicken.
Auch Rahima H. zeigt, wie wichtig individuell zugeschnittene Unterstützung ist. Mit 15 Jahren flüchtete sie 2020 allein aus Somalia nach Österreich und verbrachte ein Jahr in einem Flüchtlingsheim, bis ihr Asylstatus geklärt war. Danach lernte sie Deutsch bis B2 und holte ihren Pflichtschulabschluss nach. Ihr großer Wunsch war eine kaufmännische Lehre – sehr viele Bewerbungen, nur Absagen und schließlich eine Lehrstelle bei einer Fast-Food-Kette, das Einzige, was sie so gar nicht wollte. Wir setzten alles daran, eine bessere Lösung zu finden und siehe da – über eine Arbeitsstiftung macht Rahima ihre Lehre zur Bürokauffrau seit Anfang November bei uns im Büro – eine wunderbare Erweiterung der NACHBARINNEN Familie.
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